Meditierende am Strand

Meditieren - einfach hinsetzen und sich selbst erforschen

Meditieren ist ein unübertroffenes Mittel der Selbsterforschung. Beim Meditieren lernen wir uns selbst erst richtig kennen.

Regelmässiges Meditieren lässt gar bestimmte Bereiche unseres Gehirns wachsen; lässt uns besser mit unseren Gefühlen und Ängsten umgehen, macht uns zu freundlicheren Menschen. Das haben viele Studien in den letzten Jahren bestätigt (s. Ott, 2019).

Warum setzen wir uns dann nicht jeden Tag auf ein Kissen, schliessen unsere Augen und achten auf unseren Atem? Nichts ist so einfach. Und doch scheint es so schwer.

Es gehört wohl doch sehr viel Überwindung dazu, ganz mit sich allein, einfach nur zu sitzen und zu sein. Haben wir Angst vor dem, was uns auf dem Kissen begegnen könnte? Den Gefühlen und Gedanken, die wir sonst im Alltag von uns wegschieben und unter den Teppich kehren? Warum gibt es so viele Menschen die sagen, sie können nicht meditieren? Wollen sie sich selbst nicht begegnen oder finden sie keine Ruhe?

Offenbar ist es eine weit verbreitete Vorstellung, man solle in der Meditation seine Gedanken unterdrücken und aktiv versuchen, seinen Kopf von Gedanken zu leeren. Tatsächlich aber gibt es in der Meditation keinen Kampf gegen die Gedanken.

Hinsetzen und meditieren - es ist ganz einfach

Das einzige, was wir auf dem Kissen tun, ist, unsere Aufmerksamkeit bewusst von unseren Gedanken abzuziehen und auf etwas anderes zu richten, zum Beispiel auf unseren Atem. Mit dieser sanften Methode des Ausrichtens wird der Geist nach und nach immer ruhiger – ganz von selbst und ohne Kampf. Sobald wir unsere Aufmerksamkeit regulieren, werden wir innerlich ruhiger und unser Bewusstsein wird immer etwas stabiler – von Moment zu Moment, von Atemzug zu Atemzug.

Denke nicht einmal daran, Deinen Geist zu leeren oder Deine Gedanken zu unterdrücken. Richte Deine Aufmerksamkeit auf Deinen Atem und beobachte, was passiert. Es ist nicht nötig, irgendetwas zu erwarten.

Niemand hat einen Geist, der immer ruhig ist. Und tatsächlich lohnt sich das Meditieren vor allem dann, wenn die Gedanken im Kopf herumspringen wie in einem Wald voller Affen. Nach jeder Meditation – mag sie auch nur 5 oder 10 Minuten lang gewesen sein – ist die Chance grösser, dass Du dich entspannter, gelassener und konzentrierter fühlst.

Meditation ist ein Training - mit Geduld wirst Du immer besser

Meditieren braucht Geduld, aber wenn Du Dir nur eine kurze Zeit des Tages reservierst, wirst Du sehr schnell davon profitieren.

Eine Sorge ist jedoch berechtigt. Die Sorge, dass ich nicht vor meinen Gedanken und Gefühlen davonlaufen kann. Eine Meditation reiht alle Dinge glasklar und schmerzhaft vor Dir auf, vor denen Du gerne weglaufen möchtest. Sie beseitigt jede Ablenkung und erhöht Deine Wahrnehmung für alles, was nicht rund läuft. Alles befindet sich genau hier, hinter Deiner Nase, in Deinem Körper und Deinem Geist.

Die Meditierende muss bereit sein für eine Auseinandersetzung mit sich selbst, mit dem was da ist. Dafür wird sie belohnt mit einem besseren Überblick über die eigene innere Welt und mit einem besseren Zugang zu den eigenen Emotionen. Meditation hilft dabei, Probleme in Ruhe anzuschauen, anstatt vor ihnen davonzulaufen. Sie gewährt Dir die Freiheit der eigenen Entscheidung.

Wenn Du versuchen möchtest zu meditieren, aber noch unsicher bist, wie Du beginnen sollst oder Mühe hast, Dich zu konzentrieren, dann könnte diese geführte Meditation vielleicht eine Hilfe für Dich sein:

Morgen-Meditation

Literatur

Ulrich Ott - Meditation für Skeptiker. Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst. Knaur Vlg, 2019

Meditation am Strand

Meditation verändert das gehirn